Wenn der Pannenteufel zuschlägt

Vor der Fahrt in den Urlaub sollte die Sicherheitsausrüstung im Auto überprüft werden. Foto: ProMotor

[18.05.2017] Streikende Elektronik, platter Reifen, leerer Tank. Es gibt viele Gründe, mit einer Panne liegenzubleiben. Am häufigsten strandeten im vergangenen Jahr Fahrzeuge aufgrund einer schlappen Batterie.

Spitzenreiter waren sechs bis sieben Jahre alte Autos – so alt, wie die Stromspender im Durchschnitt werden.

Bei einer Panne nachts auf der Landstraße ist oft guter Rat teuer. Mit dem Pannenset an Bord, der Notrufnummer im Smartphone oder der App "Kfz mobil" zur Werkstatt-Suche sowie dem Wissen um Regeln und Erste Hilfe fürs Auto kann man jedoch einen kühlen Kopf bewahren.

Das gehört zum Pannenset

Warndreieck, Verbandkasten und Warnwesten sind Pflicht. Zum Pannenset gehören darüber hinaus Starthilfekabel, Abschleppseil oder -stange, Ersatz für Leuchten und Sicherungen.

Auslandsreisende sollten besondere Vorschriften kennen. So schreibt Slowenien beim Abschleppen Warndreiecke an der Front des schleppenden und am Heck des abgeschleppten Fahrzeugs vor.

Für Frankreich, Tschechien und Ungarn empfiehlt sich die Mitnahme von Ersatzglühlampen – ohne komplette Beleuchtung drohen Geldbußen.

Regeln an Ort und Stelle

Oft ist noch etwas Zeit, das Pannenauto mit eingeschaltetem Warnblinklicht in eine sichere Parkposition zu rollen, am besten abseits der Fahrbahn auf einen Parkplatz, in eine Parkbucht oder auf die Standspur der Autobahn.

Mit den übergestreiften Warnwesten steigen die Insassen auf der Beifahrerseite aus und bringen sich in Sicherheit – auf Autobahnen hinter der Leitplanke.

Jetzt das Warndreieck mindestens 100 Meter hinter dem Auto aufstellen. Für den Fall, dass sich der Fahrzeugführer mit einem Radwechsel oder einem freundlichen Abschleppangebot nicht selbst helfen kann, erfolgt der Notruf übers Handy mit allen Detailangaben zum Standort.

Notrufsäulen an der Autobahn sind mit einer Standortkennung ausgestattet, die Leitstellen benötigen keine näheren Ortsangaben.

Pannenschutz sichern

Schutzbriefe und Mobilitätsgarantien bieten vor allem eins: Komfort. Sie garantieren auf Anruf Pannen- und Unfallhilfe vor Ort, den Weiter- oder Rücktransport von Auto und Insassen. Oft stecken die Leistungen bereits im eigenen Versicherungsportfolio.

Ist der Schutzbrief nicht schon automatisch Teil der Haftpflicht oder Kasko, kann er beim Versicherer als Extra hinzugebucht oder separat abgeschlossen werden. Mitglieder in einem Automobilklub erhalten die Leistungen meist automatisch.

Ganz ohne den Brief kommen die meisten Besitzer von Neuwagen aus, die sich in den ersten Jahren und mit der Option auf Verlängerung auf die Mobilitätsgarantien der Hersteller verlassen können. Ist das geklärt, gilt der Blick auf die Leistungen und Ausschlussklauseln:

Springt der Schutz schon ab der Haustür oder erst ab einer Entfernung von 50 Kilometern ein? Sind neben dem Auto auch die Insassen versichert? Gibt es im Ausland Hilfe? Wer bietet Krankentransport und Mietwagen?

Lernen für den Notfall

In den meist kostenlosen Kursen von Autohäusern, Werkstätten oder Automobilklubs lernen Fahrer das Pannen-Einmaleins: Rad wechseln, Starthilfe geben, Leuchtmittel tauschen, richtig abschleppen.

Auf dem Lehrplan stehen aber auch kleine Wartungsarbeiten wie das Wechseln von Öl, Kühlwasser und Wischerblättern sowie der Umgang mit den elektronischen Pannenhelfern – Service-Apps für Smartphones.

Letzte Änderung: 09.05.2022Webcode: 0114190