Gebrauchte Pkw: Fast alle auf Rot

Saarbrücken. Der Gebrauchtwagenmarkt im Saarland ist weiterhin im Rückwärtsgang: Fast alle auf Rot! 12,8 Prozent minus auf 6.686 (Vorjahr: 7.666) Pkw-Besitzumschreibungen ist das fünfte „rote Monatsergebnis“ im Autojahr 2022, das unverändert von einer Angebotsknappheit und steigenden Preisen bestimmt wird. Martin Bitsch, Vorsitzender des Kfz-Verbandes, sagte zur aktuellen KBA-Statistik: „Gebrauchte Pkw sind knapp und teurer. Eine Erholung ist weder qualitativ noch quantitativ in Sicht“.

Der Mai weise 4.432 (Vorjahr: 4.886) Benziner und 1.892 (Vorjahr: 2.353) Diesel aus. Auch die gasbetriebenen Gebrauchtwagen schrieben rote Zahlen mit 47,1 Prozent minus für Autogas- und einem Rückgang von 66,7 Prozent für Erdgas-Gebrauchte. Dies seien 18 (Vorjahr: 34), bzw. zwei (Vorjahr: 6) Halterwechsel. Mit 94,7 (Vorjahr: 94,4) Prozent blieben Verbrenner indes die meistgenutzten Antriebe.

Ein kleiner grüner Lichtblick seien Plug-in-Hybride. 56 (Vorjahr: 42) PHEV seien umgeschrieben worden. Im Gegensatz zum Neugenmarkt gebe es auch für Plug-in-Hybride kleine Plus-Zahlen. Diese Fahrzeuge seien nämlich verfügbar und liefen im Regelfall nicht in Gefahr, ohne Förderung „auf die Straße zu kommen“. Stabil auf Vorjahresniveau mit 61 Umschreibungen seien reine batteriebetriebene Pkw (BEV), minus. 11,3 Prozent hätten Hybride (HEV) mit 233 (Vorjahr: 284) Verkäufe gemeldet.

Bitsch verwies abschließend auf eine „bisher in dieser Dimension nicht gekannte Preisspirale“ im Automobilmarkt. Treiber des Preisanstiegs sei vor allem ein niedriges Angebot an Fahrzeugen infolge von Corona, Chipkrise und Teilemangel. Zudem seien allerdings auch die Listenneupreise der Fahrzeuge gegenüber 2019 um etwa sieben Prozent gestiegen. Der Automobilhandel hatte permanent mit hohen Kosten zu kämpfen, d.h. die Fahrzeuge mussten inzwischen auch deutlich teurer eingekauft werden - bei gleichzeitig gestiegenen Kosten für Energie, Transport, Personal etc.