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Gegen den Trend: Neue Pkw gaben „richtig“ Gas

Saarbrücken. Trotz der schwierigen allgemeinen Lage hat der saarländische Pkw-Markt im Februar unerwartet kräftig gewonnen. Plus 12,5 Prozent auf 2.305 (Vorjahr: 2.049) Pkw-Neuzulassungen seien vor allem der starken Nachfrage nach E-Neuwagen geschuldet. Aber auch Verbrenner meldeten die „Rückkehr in die grüne Zone“, sagte Martin Bitsch, Vorsitzender des Kfz-Verbandes. Ob das bisher zweigeteilte Bild der Antriebsarten weiterhin Bestand habe, müsse abgewartet werden.

Zu berücksichtigen sei, dass es im Februar „noch normale Preise an den Tankstellen“ gegeben habe. Die aktuelle Lage sei zur „starken weiteren Belastung für die automobile Kauflaune“ geworden. Es gebe große Fragezeichen. Die Verunsicherung sei gewachsen, denn auch die E-Mobilität sei durch steigende Energiepreise lediglich eine schwache Kosten-Alternative zu Diesel und Benzin.

Das Bild der Marktdaten habe sich im Februar geändert: Alle Antriebsarten lägen im Plus. Mit einer Steigerung von 54,6 Prozent seien die E-Modelle der Spitzenreiter im Ranking des prozentualen Wachstums. Treiber in diesem Segment seien die vollelektrischen Neuwagen, die 77,4 Prozent auf 472 (Vorjahr: 266) Zulassungen zugelegt hätten. Überraschend habe sich der Diesel mit plus 42,1 Prozent auf Rang zwei platziert. Dies entspreche 456 (Vorjahr: 321) Zulassungen.

Die Februar-Bilanz weise 507 (Vorjahr: 602) Benziner, 456 (Vorjahr: 321) Diesel, 472 (Vorjahr: 266) vollelektrische Pkw, 216 (Vorjahr: 179) Plug-in-Hybride, 649 (Vorjahr: 669) Hybride ohne Stecker und 5 (Vorjahr: 11) Gas-Neuwagen aus. Für die beiden ersten Monate des Autojahres 2026 stünden 4.304 Neuzulassungen in der Bilanz, eine Zunahme von 3,0 Prozent.

Dass automobile Frühjahrsluft entstehen könne, belegten die Auftragseingänge. Nach VDA-Daten habe es im Februar ein Plus von 13 Prozent gegeben. Diese vorsichtig aufkeimende Zuversicht werde aber nachhaltig durch explodierende Preise an den Tankstellen gestört. Für die meisten Menschen sei Autofahren kein Luxus, sondern Alltag. Der Weg zur Arbeit, der Einkauf, der Besuch bei den Enkeln - all das hänge oft am eigenen Auto. Wenn der Spritpreis explodiert, treffe das besonders diejenigen mit hoher Preissensibilität oder schmalem Geldbeutel.